Starke Aktionen am 1. Mai in Stuttgart und der Region
Starke Aktionen am 1. Mai in Stuttgart und der Region

Starke Aktionen am 1. Mai in Stuttgart und der Region

Tausende Menschen haben sich am 1. Mai in Stuttgart und der Region an Demonstrationen beteiligt.Vielen Dank an alle, die mit uns gemeinsam auf der Straße waren. An unserem klassenkämpferischen Bereich auf der DGB Demo in Stuttgart konnten haben wir einen klassenkämpferischen Impuls und klare antikapitalistische Positionen hör- und sichtbar gemacht. Ebenfalls in Waiblingen beteiligten sich Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Branchen an den 1. Mai Aktivitäten. Im Folgenden wollen wir auf Berichte von Solidarität und Klassenkampf, sowie dem Aktionsbündnis 8. März mit Eindrücken und Fotos verweisen. Viele haben sich im Anschluss an die DGB Demo auch an der revolutionären 1. Mai Demonstration beteiligt – einen ausführlichen Bericht findet ihr hier.

Bericht vom Aktionsbündnis 8. März

Als Aktionsbündnis 8. März haben wir gemeinsam mit der Vernetzung „Am 1. Mai auf die Straße – was sonst“ einen frauen*- und klassenkämpferischen Bereich auf der DGB-Demonstration gestaltet. Diesen Bereich haben wir Frauen* angeführt. Anschließend haben sich einige Frauen* der revolutionären 1. Mai Demonstration angeschlossen und zum Abschluss haben wir uns mit einem Infostand und einem Redebeitrag am politische Kulturprogramm im Rahmen von „Mein Platz“ am Marienplatz beteiligt.

Am 1. Mai, dem internationalen Kampftag der Arbeiter*innen, sind wir gegen die patriarchalen und kapitalistischen Verhältnisse auf die Straße gegangen. Thematisiert haben wir dabei Missstände, die sowohl Frauen* in der Erwerbstätigkeit begegnen, als auch die noch immer bestehende Ungleichverteilung von Haus-, Pflege- und Sorgearbeit.

Frauen* leisten einen Großteil der gesellschaftlich notwendigen Arbeit – im Job und Zuhause. In der Krankenpflege sind 80 Prozent, in der Altenpflege 83 Prozent und in der Kinderbetreuung 92 Prozent der Beschäftigten weiblich. Zuhause übernehmen Frauen* 50 Prozent mehr an Haus-, Pflege- und Sorgearbeiten – Mütter im Durchschnitt sogar ganze 80 Prozent mehr.

Unsere frauen*kämpferische Perspektive haben wir auf verschiedenen Wegen ausgedrückt:

Wir haben Transparente am Rande der Demonstration in Solidarität mit Beschäftigten – aus der Pflege, dem Einzelhandel und mehr – aufgehängt. Wir haben über 100 lila Luftballons, die mit unserem Motto „Frauen*ausbeutung und Kapitalismus überwinden“ bedruckt waren, steigen lassen und wir haben mit vielen Frauen* eine Wäscheleine aufgespannt, um am Rande der Demonstration auf die unbezahlte Reproduktionsarbeit, die wir als Frauen* leisten, aufmerksam zu machen.

Bericht von Solidarität und Klassenkampf

Heute am 1.Mai, Kampftag der Arbeiter:innen Klasse waren wir gemeinsam mit Kolleg:innen aus verschiedensten Branchen auf der Straße!

Im Rahmen einer klassenkämpferischen Vernetzung, bestehend aus Kolleg:innen der Abfallwirtschaft, der Pflege, Erzieher:innen, aus Produktionsbetrieben, der Gastronomie, sowie verschiedenen politischen Gruppen haben wir zu einem eigenen, klassen- und frauenkämpferischen Bereich auf der DGB Demo aufgerufen!

Einige hundert Menschen folgten diesem Aufruf und gingen gemeinsam mit uns auf die Straße. Zu Beginn der Demo wurde der Branchenübergreifende Zusammenschluss auf dem Lautsprecherwagen sichtbar: Beschäftigte und Aktivist:innen aus der Pflege, der Abfallwirtschaft, der Gastronomie, dem Erziehungswesen, der Frauen*-Bewegung und der Klimagerechtigkeitsbewegung stellten in kurzen Durchsagen klar, wie schlecht ihre Situation ist, aber dass das gleichzeitig kein Grund ist den Kopf in den Sand zu stecken, sondern vielmehr gerade dann gilt, als Klasse zu kämpfen!

Im Laufe der Demonstration wurde Pyrotechnik gezündet und mit Sprühschablonen das Stadtbild verschönert. Auf Höhe des Charlottenplatzes durchbrach die Demospitze symbolisch eine Papierwand, auf welcher die kapitalistischen Klassenverhältnisse abgebildet waren. Die Moderation und auch die Parolen des Bereichs trugen einen klassenkämpferischen Ausdruck in die DGB Demonstration!

Am Hauptbahnhof wurde ein Transparent in Solidarität mit den Beschäftigten Frauen im Einzelhandel aufgehängt. Insbesondere Frauen arbeiten in dieser Branche und sind nun von Entlassungen, Kurzarbeit und Existenznot betroffen. Parallel dazu wurden Luftballons mit frauenkämpferischen Parolen steigen gelassen.

Doch warum überhaupt eine klassenkämpferische Beteiligung?

Gerade jetzt in Zeiten von Pandemie und Wirtschaftskrise nehmen Angriffe der Kapitalisten auf unsere Klasse deutlich zu! Dagegen gilt es aktiv zu werden! Unsere einzige Antwort auf Entlassungen, Kurzarbeit, Überbelastung und miese Bezahlung kann nur der organisierte, Branchenübergreifende Kampf als Klasse der Lohnabhängigen sein!

Wir lassen uns nicht mit faulen Kompromissen der Kapitalisten Abspeisen! Wir tragen die Sozialpartnerschaft der Gewerkschaftsführung nicht mit!

Im Kapitalismus kann und wird es niemals eine Krisenlösung im Sinne von uns Beschäftigten geben! Und genau deshalb ist es umso wichtiger am 1. Mai die Perspektive einer Gesellschaft im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung auf die Straße zu tragen!

Fotos vom Tag