Klimagerechtigkeit am 1.Mai auf die Straße – Was sonst?
Klimagerechtigkeit am 1.Mai auf die Straße – Was sonst?

Klimagerechtigkeit am 1.Mai auf die Straße – Was sonst?

Aufruf Stuttgarter Klimagerechtigkeitsgruppen zur Beteiligung am 1.Mai Während der Corona-Pandemie rückt die Zerstörung der Umwelt und die Vernichtung der menschlichen Lebensgrundlagen zwar in den Hintergrund, aber sie hat längst nicht aufgehört.

Es sind düstere Bilder von verödeten Landschaften, extremen Klimaereignissen – wie Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen – und von Menschen, die auf Grund dessen ihr Zuhause verlieren.  Armut, Hunger und Leid sind für viele bereits Realität.

Ob oder wie sehr Menschen von Auswirkungen der Klimakatastrophe betroffen sind oder sich vor den Folgen schützen können, ist auch eine Frage der Klasse. Doch was hat das mit dem 1.Mai zu tun? Seit mehr als 100 Jahren gehen Arbeiter*innen an diesem Tag auf die Straße und kämpfen für ein Leben in Würde.Sie waren und sind Teil einer der größten emanzipatorischen Bewegungen der Welt. Viele unserer heutigen Privilegien, viele der erkämpften Fortschritte sind den hart geführten Kämpfen der Arbeiter*innen zu verdanken. Daran erinnert der erste Mai. Aber es geht nicht nur um Erinnerung, es braucht auch heute kämpferische Bewegungen, die entschlossen für ein besseres Morgen und für ein Ende von Ausbeutung und Unterdrückung streiten. Häufig werden die Klimagerechtigkeitsbewegung und die Arbeiter*innenbewegung gegeneinander ausgespielt.

Doch es ist der Kapitalismus, der uns in diese Widersprüche hineinzwingt. Wir sind alle den Folgen der kapitalistischen Produktionsweise ausgeliefert – haben Angst um unsere Arbeitsplätze, vor Sozialabbbau und Armut oder blicken sorgenvoll in unsere Zukunft. Und wir sehen die Zerstörung der Natur und unserer Lebensgrundlagen.

Im Kapitalismus werden sowohl Mensch als auch Natur strukturell ausgebeutet. Solange das Wirtschaften nach den Maßstäben von Profitmaximierung und Konkurrenz organisiert ist, werden die Interessen der Arbeiter*innen genauso wie der Schutz des Klimas und der Natur immer wieder mit Füßen getreten werden.

Daran wird auch ein Kurswechsel der Regierenden hin zu einem grünen Kapitalismus nichts ändern, der schließlich nur den Kapitalismus modernisiert und aufrecht erhält, aber nichts an den grundsätzlichen Besitz- und Produktionsverhältnissen ändert. Wir müssen erkennen, dass wir als Arbeiter*innen und Betroffene der Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen auf der selben Seite stehen. Deshalb ist der verbindende Kampf der Bewegungen für einen grundsätzlichen Systemwandel notwendig. Wir haben nur wenig Zeit den Kampf um Klimagerechtigkeit zu gewinnen, uns in eine bessere Position zu bringen und die Bewegung aufzubauen, die auf einen Bruch mit diesem System abzielt. Das wird uns nur dann gelingen, wenn wir uns aufeinander beziehen und solidarisch sind. Denn alle Kämpfe, die jemals geführt wurden, die wir und andere führen und denen wir uns in Zukunft stellen müssen – sie alle sind verloren, wenn wir es nicht schaffen, uns der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen entgegenzustellen. Jedes bisschen Fortschritt, jeder Funken erkämpfte Gerechtigkeit wird sonst vergebens sein. Deshalb ist auch das Streiten um globale Klimagerechtigkeit nicht zu trennen von den Kämpfen der Arbeiter*innen international. Denn das Grundsätzliche, das diese Kämpfe eint, ist die Forderung nach einem Leben, in dem nicht das Leid für viele die Regel ist, sondern das gute Leben. Für alle! Deshalb rufen wir dazu auf am 1. Mai – dem Tag der Arbeiter*innenbewegung – gemeinsam auf die Straße zu gehen.

10 Uhr * Stuttgart * Stadtgarten/Unipark * Antikapitalistischer Bereich auf der Gewerkschaftsdemo
12 Uhr * Stuttgart * Karlsplatz *