Betriebsgruppe der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft mit Aufruf zum 1. Mai
Betriebsgruppe der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft mit Aufruf zum 1. Mai

Betriebsgruppe der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft mit Aufruf zum 1. Mai

Liebe Kolleg*innen,

der 1.Mai – internationaler Kampftag der Arbeiter*innenklasse – steht bevor. Seit über 100 Jahren machen sich Arbeiterinnen und Arbeiter stark für bessere und gerechtere Arbeitsbedingungen.

Auch heute ist der Tag aktueller denn je.
Seit über einem Jahr Pandemie erleben wir massive Einschränkungen und spüren die Auswirkungen auch im Arbeitsalltag. Obwohl die Berufsgruppe der Erzieher*innen durch die vielen menschlichen Kontakte mit die höchste Ansteckungsgefahr hat, wird unser Gesundheitsschutz nicht gewährleistet. Statt HomeOffice, sitzen viele Kolleg*innen in ihren Einrichtungen zusammen, übernehmen Aufgaben die nicht ihrer pädagogischen Tätigkeiten entsprechen und versuchen auf irgendeine Art und Weise auf ihre Stunden zu kommen. Von staatlicher Seite aus werden immer wieder verändernde Vorgaben, ohne Bezug zur Praxis und Umsetzbarkeit, erlassen. Der akute Fachkräftemangel verstärkt zusätzlich die Überlastung. Wir müssen den Betrieb aufrecht erhalten, damit andere zur Arbeit können, um letztlich die Profite von Konzernen und Unternehmen zu sichern.

Und jetzt kommt das Paradoxe: Während wir enorme Einschränkungen dulden müssen, läuft auf wirtschaftlicher Ebene die Arbeit ungehindert weiter. Alles was das private Leben betrifft wird dicht gemacht und Ausgangssperren werden verhängt, damit die Wirtschaft weiter läuft und die wenigen Reichen noch reicher werden. Das alles geschieht unter der Gefährdung unserer Gesundheit.

Davon sind nicht nur Beschäftigte der stjg betroffen, sondern alle Menschen, die einer Lohnarbeit nachgehen müssen. Die Auswirkungen der Pandemie und der Wirtschaftskrise wirken sich in den verschiedenen Branchen unterschiedlich aus: Während im sozialen Bereich die Arbeitsverdichtung und Überlastung zunimmt, kommt es vor allem in der Produktion zu massenhaften Entlassungen und Kurzarbeit.

Frauen trifft diese Krise besonders: Durch die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten sind es überwiegend Frauen, die zu ihrer meist schlechter bezahlten Lohnarbeit noch die eigenen Kinder zu hause versorgen müssen. Die gesellschaftliche und politische Erwartungshaltung das Frauen Haushalt, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen unabhängig von Berufstätigkeit federführend organisieren und umsetzen, hat sich in der Pandemie deutlich zugespitzt. Auch Gewalt gegen Frauen hat zugenommen. Jede dritte Frau erfährt mindest einmal in ihrem Leben körperlich und/oder sexualisierte Gewalt. Jeden dritten Tag wird eine Frau in Deutschland durch ihren (Ex-)Partner ermordet.

Kein anderer Tag wie der 1.Mai eignet sich besser, um die verschiedenen Kämpfe in den unterschiedlichen Bereichen zusammenzuführen und einen gemeinsamen Ausdruck auf die Straße zu bringen. Eine konsequente und solidarische Pandemiebekämpfung, bessere Arbeitsbedingungen und Löhne, sowie eine gerechte und soziale Gesellschaft sind in unserem gemeinsamen Interesse.

Daher rufen wir am 1. Mai, zusammen mit Kolleg*innen aus unterschiedlichen Branchen
zu der Beteiligung an dem klassenkämpferischen Bereich auf der DGB Demonstration auf.

Treffpunkt für stjg – Kolleg*innen:
1.Mai um 9.45 Uhr vor dem Naturgut am Marienplatz

Eure ver.di Aktive der stjg & die JAV

Aufruf als PDF