1. Mai 2024 in Stuttgart: Starke Gewerkschaftsdemonstration mit 3000 Menschen & Antikapitalistischer Beteiligung
1. Mai 2024 in Stuttgart: Starke Gewerkschaftsdemonstration mit 3000 Menschen & Antikapitalistischer Beteiligung

1. Mai 2024 in Stuttgart: Starke Gewerkschaftsdemonstration mit 3000 Menschen & Antikapitalistischer Beteiligung

Am 1. Mai haben sich 3000 Menschen an der Gewerkschaftsdemo beteiligt und sind mit einem lautstarken Demozug durch die Stadt gelaufen. Teil der Demonstration war auch dieses Jahr wieder eine antikapitalistische Beteiligung mit Bannern, Durchsagen und einem Lautsprecherwagen. Die große Beteiligung an der Demonstration hat deutlich gemacht, was für alle Teilnehmer:innen eine Selbstverständlichkeit ist: Der 1. Mai ist international ein Kampftag, an dem wir unsere Anliegen für ein gutes Leben gemeinsam auf die Straße tragen und dazu gehört selbstverständlich auch eine Demonstration durch die Straßen dieser Stadt.

DGB-Spitze sagt Demo ab – ver.di springt in die Bresche.

Am Morgen zum 1. Mai haben wir erfahren, dass die DGB-Spitze die Gewerkschaftsdemonstration abgesagt hat. Die Wichtigkeit einer 1. Mai Gewerkschaftsdemonstration hat ver.di erkannt und spontan vor Ort eine Demonstration angemeldet. Diesem Aufruf haben sich mehrere tausend Menschen angeschlossen. Darauf folgte ein lautstarker Demonstrationszug mit Parolen und Schildern u.a. für Solidarität mit Streikenden und Geflüchteten, gegen Waffenexporte, und für eine Kollektivierung der Haus- und Sorgearbeit. Verschiedene Redebeiträge wie von streikenden Einzelhandelsbeschäftigten für bessere Löhne oder des SDS zur “Verarmung von Studierenden” unterstrichen, dass der 1. Mai ein Kampftag ist, dieser Kampf aber über das gesamte Jahr geführt werden muss.

Antikapitalismus bleibt Teil des 1. Mai! Ja zu Solidarität und gemeinsamen 1. Mai Demonstration

Am 1. Mai wollen wir unsere unterschiedlichen Kämpfe – gegen Krieg, Faschismus, Sozialabbau, patriarchale Unterdrückung und Ausbeutung – auf der Straße zum Ausdruck bringen. In einer gemeinsamen Demonstration müssen dabei selbstverständlich antikapitalistische Inhalte eine Rolle spielen, da grundsätzliche Verbesserungen innerhalb des Systems nicht möglich sind. Auch eine kämpferische Streik- und Protestkultur ist Teil gewerkschaftlicher Demonstrationen. Diese sehen wir nicht als pauschale „Krawalle“, wie der Landesvorsitzende des DGB Kai Burmeister in seinem Interview einen Tag vor dem 1. Mai suggeriert. Das Problem ist nicht die kämpferische Streik- und Protestkultur, sondern die zunehmenden Polizeiangriffe, wie sich auch dieses Jahr wieder gezeigt hat.

Landeshauptstadt Stuttgart – Weltbekannt für Autos, Spätzle und Polizeigewalt

Statt auf die Gewerkschaftsdemo gab es diesmal einen massiven Angriff der Polizei auf die Revolutionäre 1. Mai Demo mit 95 Verletzten. Begründet wird der Angriff mit einem „Auflagenverstoß“, weil Stoff-Banner länger als 1,5 Meter waren. Bereits im letzten Jahr versuchte die Polizei im Nachgang mit Falschdarstellungen wie „Pyrotechnik sei auf die Polizei geworfen worden“ ihren Angriff auf die Gewerkschaftsdemo zu rechtfertigen. Gleiches versucht sie nun mit Falschbehauptungen zu ihrem Angriff auf die Revolutionäre Mai Demo und inszeniert Bilder von beschlagnahmten Halterungen von Schildern und Bannern zu Angriffswerkzeug um, ohne dafür einen Beweis zu liefern. Im Gegenteil zeigen viele Videoaufnahmen wie die Polizei unvermittelt die Demonstration angreift und sich Polizisten durch Reizgas aus den eigenen Reihen selbst besprühen, oder ein Polizeipferd auf einer Lache Pfefferspray am Boden ausrutscht und dann behauptet wird, es seien Polizeipferde verletzt worden. Wir verurteilen den erneuten Polizeiangriff. Weitere Informationen sowie die Presseerklärung dazu sind auf der Homepage des Bündnisses zum revolutionären 1. Mai zu finden.

Offener Brief zum 1. Mai
Statement vom Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften